BGM und BGF: Systematische Förderung der Mitarbeitergesundheit

Disclaimer: Dieser Beitrag wurde im Juli 2023 erstmalig veröffentlicht und am 04.04.2025 überarbeitet.
Inhalte:
- BGM und BGF: Was ist das?
- Wissenschaftliche Erkenntnisse
- Tools des Betrieblichen Gesundheitsmanagements
- Umsetzung und Finanzierung eines ganzheitlichen BGM
- Fazit
In der heutigen Geschäftswelt spielen die Gesundheit und das Wohlbefinden der Mitarbeitenden eine immer größere Rolle. Immer mehr Unternehmen setzen auf Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) und Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF), um die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden systematisch zu fördern. Aber was bedeuten diese Begriffe genau und wie können die Ansätze in der Praxis umgesetzt werden? In diesem Artikel gehen wir auf diese Fragen ein und werfen einen Blick auf Erkenntnisse und Tools, die dabei helfen können, ein erfolgreiches BGM und BGF in einem Unternehmen umzusetzen.
BGM und BGF: Was ist das?
Das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) ist ein strategischer Ansatz, der darauf abzielt, gesunde Arbeitsbedingungen zu schaffen und das Wohlbefinden der Mitarbeiter zu fördern. Die Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) ist neben dem Betrieblichen Eingliederunugsmanagement und dem Arbeitsschutz ein Teil des BGM und beinhaltet spezifische Maßnahmen und Programme zur Förderung der Gesundheit und Prävention von Krankheiten und Belastungen am Arbeitsplatz.
Nutzen von BGM/BGF
Forschungen zeigen, dass BGM und BGF zahlreiche Vorteile für Unternehmen und Mitarbeiter bieten können. Generell ist der Wirksamkeitsnachweis von BGM/BGF Maßnahmen schwierig zu ermitteln (Lutz et al., 2019). Die Initiative Gesundheit und Arbeit (iga), welche durch Kranken- und Rentenversichjerungsträge zusammenarbeiten konnte in einer Studie (Barthelmes et al., 2019) ermitteln, dass durchschnittlich 65% aller durtchgeführten BGF-Maßnahmen nachweislich einen positiven ökonomischen Effekt erzielen. Insgesamt wurde ein durchschnittlicher Return on Investment (ROI) von 2,7 ermittelt. Das bedeutet jeder investierte Euro in BGM/BGF-Maßnahmen zahlt sich durch die Einsparung an Krankheitskosten mit einem Faktor von 2,7 aus. In einigen Fällen konnte sogar ein ROI von 15,6 erzielt werden. Es kommt eben immer darauf an, wie viele Maßnahmen implementiert werden und wie zielgerichtet diese sind.
Tools des Betrieblichen Gesundheitsmanagements
Um ein erfolgreiches BGM und BGF umzusetzen, gibt es eine Reihe von Tools und Maßnahmen, die Unternehmen nutzen können:
Mitarbeiterbefragungen:
Ein wirksames BGM fußt immer auf der Erfassung von Daten. Neben der Erfassung des Krankheitsgeschehens und den Fluktuationsraten empfehlen sich auch der Ergebnisse der psychischen Gefährdungsbeurteilung sowie von generellen Mitarbeiterumfragen, um geeignete Ansätze für Interventionen ableiten zu können.
Gesunder Führungsstil:
Führungskräfte sind aufgrund ihrer Stellung für die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden verantwortlich. Doch sie müssen auch qualifiziert, motiviert und befähig werden, dieser Erwartung nachhaltig gerecht zu werden.
Gesundheitszirkel:
Dabei handelt es sich um Gruppen von Mitarbeitenden, die sich regelmäßig treffen, um Gesundheitsprobleme am Arbeitsplatz zu diskutieren und Lösungen zu finden.
Gesundheitschecks:
Diese bieten eine Möglichkeit, den Gesundheitszustand der Mitarbeiter zu überprüfen und Risikofaktoren frühzeitig zu identifizieren. Die AHAB-Akademie setzt mit ihrem Expertenteam von ESUNA-Corporate Health viele Checkup-Instrumente zur physischen und psychische Gesundheit sowie zur Mitarbeiterzufriedenheit ein.
Bewegungsprogramme:
Von Fitnesskursen bis hin zu Lauftreffs können diese Programme den Mitarbeitern helfen, aktiv zu bleiben und Folgen körperlicher und seelischer Belastungen abzubauen.
Präventionskurse zur Verbesserung der Stressbewältigung und Entspannung:
In Workshops, Seminaren oder Präventionskursen, wie z.B. ein Resilienztraining, können Mitarbeitende lernen, wie man Stress besser bewältigen kann.
Gesundheitstage:
Gesundheitstage sind ein probates Mittel, um Aufmerksamkeit für das Thema Gesundheit zu schüren. Hier können sich die betrieblich Verantwortlichen auch ein Feedback holen, welche Maßnahmen sich Mitarbeitende wünschen. Ebenso kann man in Form von Schnupperangeboten Werbung für bereits geplante Maßnahmen machen und potentielle Teilnehmende gewinnen.
Pausenprogramme:
Ein großes Potential liegt in der regenerativen Arbeitspause. Die Aktive Regenration im Bereich Bewegung oder Entspannung trägt dazu bei, das Mitarbeitende eine echte und regenerative Pause im Arbeitsalltag umsetzen.
Ergonomieberatung:
Hierbei können Experten Ratschläge und Schulungen zur Verbesserung der Arbeitsumgebung geben, um gesundheitliche Probleme zu vermeiden.
Betriebliches Eingliederungsmanagement
Das Betriebliche Eingliederungsmanagement ist ein gesetzlich verankertes Verfahren, um länger erkrankte und ggfls. beeinträchtigte Mitarbeitende wieder in den Arbeitsablauf zu reintegrieren. Darin steckt enorm viel Potential, wenn es gut gemacht wird.
Umsetzung und Finanzierung eines ganzheitlichen BGM:
Nimm gerne Kontakt zur unseren betrieblichen Präventionsexperten auf. In einem unverbindlichen und kostenfreien Beratungsgespräch können sie dich auch umfassend über mögliche nächste Schritte in deinem Unternehmen informieren und dir die vielfältigen Finanzierungsmöglichkeiten der gesetzlichen Krankenkassen erörtern.
FAZIT
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass BGM und BGF wertvolle Instrumente sind, um die Gesundheit und das Wohlbefinden der Mitarbeiter systematisch zu fördern. Sie können nicht nur zur Verbesserung der Gesundheit und Zufriedenheit der Mitarbeiter beitragen, sondern auch zur Steigerung der Produktivität und des Gesamterfolgs des Unternehmens. Grundvoraussetzung für eine systematische Förderung der Gesundheit ist jedoch die permanente Erfassung von Daten und Kennzahlen, um die beschlossenen Maßnahmen hinsichtlich ihrer Wirksamkeit evaluieren zu können.
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- Relax-Coach
- Bewegungscoach
- Betrieblicher Resilienztrainer
- Fachkraft für Psychosoziale Gesundheitsförderung
- Mental Health First Aider
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Quellenangaben:
Chapman, L. (2005). Meta evaluation of Worksite Health Promotion Economic Return Studies. 2005 Update. The Art of Health Promotion, 1-11.
Lutz, N., Taeymans, J., Ballmer, C., Verhaeghe, N., & Clarys P. (2019), Deliens T. Cost-effectiveness and cost-benefit of worksite health promotion programs in Europe: a systematic review. Eur J Public Health. ,29(3). 540-546. doi: 10.1093/eurpub/cky269
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